Stell dir mal eine alte Windmühle oder ein Windrad vor. Dieses Ding auf dem Feld, das sich dreht und dreht, egal ob jemand hinguckt oder nicht. Genau so fühlt sich Mentoring an. Ein Mensch der dein Leben verändert. Oft leise, manchmal unsichtbar. Mentoring wirkt wie ein stiller Motor, der deine Biografie dauerhaft bewegt.
Denn, Hand aufs Herz: In fast jeder Lebensgeschichte gibt es diesen einen Menschen.
Den, der etwas in uns gesehen hat, lange bevor wir es selbst sehen konnten.
Den, der dir den einen Satz gesagt hat, der dir Jahre später immer noch nachhallt. Oft sind es unauffällige oder gewöhnliche Begleitungen im Hintergrund, deren Wirkung wir vllt. erst Jahre später erkennen.
Der Schwager? Die Gartennachbarin? Oder die Eltern der besten Freunde?
Unsichtbare Motoren in deiner Biografie
In meiner Arbeit mit Stärkenscouts tauchen diese unsichtbaren Mentoren bei meinen Kund:innen ständig auf. Sie erzählen mir Dinge wie:
„Ah – stimmt, die hat mir damals Mut gemacht…“ oder „Ohweih, bei ihm müsste ich mich eigentlich mal wieder melden“ oder „Es war anstrengend, ich wäre sonst nicht heute hier.“
Und genau das ist der Punkt: Mentoring wirkt nach. Manchmal sofort, manchmal Jahre später.
Ich selbst war Mentee und bin heute Mentorin, unter anderem bei MentorMe und der Roland Berger Stiftung. Und Mentoring ist kein einseitiges Geschäft. Mentoring ist mehr als nur ein strukturierter Austausch oder eine Beziehung auf Augenhöhe die sich über Vertrauen und Respekt definiert.
Mit stärkenorientiertem Mentoring lege ich noch eine Schippe drauf. Denn da wird geschaut was schon da ist und aktiviert werden kann: die Talente, die Ressourcen, die Funken die glimmen. Es darf Stärken stärken und Schwächen schwächen.
Jedes Mal lerne auch ich wieder dazu. Geduld. Grenzen setzen und meine interkulturelle Kompetenz erweitern.
Und vor allem: Die Lebensrealitäten anderer zu respektieren. Gerade wenn Mentees mit belasteten Biografien, Aufstiegen oder tief sitzenden Unsicherheiten ankommen, bedeutet Mentoring auch diese Ängste zu erkennen:
👉 die Angst, dass jemand ihnen etwas wegnimmt, wofür sie so hart gearbeitet haben,
👉 die Angst, dass sie nicht genügen und deshalb andere kopieren müssen, um dazuzugehören,
👉 oder die Angst, dass ihre wahre Stärke vielleicht gar nicht „erlaubt“ ist.
Das sind keine Kleinigkeiten. Diese Ängste sind wie Sand im Getriebe. Sie blockieren, sie bremsen. Diese Ängste können die eigenen Potenziale verdecken.
Stärkenorientiertes Mentoring hilft aus meiner Sicht, sie behutsam freizulegen, Stärken werden so zur Kraftquelle wenn im Außen wenig stabil ist. Denn eine Langzeitstudie von Gershon & Straub (2021) zeigt, dass Menschen mit Brüchen oder belasteten Biografien besonders profitieren, wenn sie Mentor:innen begegnen, die ihre Lebensrealität ernst nehmen und Zugehörigkeit ermöglichen.
Vom kleinen Rad zum großen Schwung
Vielleicht denkst du jetzt: „Ja schön, aber was hat das mit mir und meinem Team zu tun?“
Alles.
Denn wenn ein Mensch seine Stärken entwickelt, verändert sich nicht nur sein eigenes Leben. Es verändert auch das Miteinander im Team, in Beziehungen, die Dynamik in Projekten und am Ende sogar die Kultur in einer ganzen Institution.
Aus einem einzelnen Mühlrad wird ein System, das dauerhaft Energie liefert.
Drei Impulse für dich
👉 Mach eine Zeitreise und erinnere dich: Wer hat dir einmal Mut gemacht, wer hat dir eine Chance gegeben, die dich bis heute prägt?
👉 Sei selbst Mentor im Kleinen: Du musst keine offizielle Rolle übernehmen – manchmal reicht ein Satz, ein ehrliches Feedback oder ein offenes Ohr, um für andere genau dieser Mensch zu sein.
👉 Starte klein: Fang an, die Stärken der Menschen um dich herum zu sehen. Sag es ihnen. Du wirst überrascht sein, wie sehr das Bewegung in festgefahrene Strukturen bringt.
Buchtipp
Wenn du tiefer eintauchen willst: Lies unbedingt „The Gift of Mentoring“ von Doug Lawrence. Kein trockenes Fachbuch, sondern eine Schatzkiste voller Geschichten und Denkanstöße, wie Mentoring Leben verändern kann.
Und natürlich stehe auch ich dir als erfahrene Stärkencoach und Mentorin zur Seite. Hier erfährst du mehr über mich und meine Angebote für Einzelpersonen.
Und so möchte ich dir eine Frage mitgeben: Bist du schon der Mentor im Leben eines anderen?
Michaela

Wow, danke für diesen Impulse. Er hilft mir in meiner derzeitigen Situation den Docis auf die Menschen zu legen, die mich verunsichern und den Blickwinkel zu wechseln. Was kann ich ihnen an ihren Stärken zusprechen und die Unstimmigkeiten außer Acht lassen.
Es tröstet mich, dass ich eine Mentorin sein kann im Kleinen und hoffentlich damit positive Dinge anstoße und den trennenden Energien die Macht in unserem Team nehme.
Mach bitte weiter so Michi, Du bist ein Segen in dieser Welt!
Lissy
Liebe Lissy. Was für ein wunderbares Feedback von dir! Dafür danke ich dir sehr, denn es freut mich wenn meine Impulse etwas bewegen und anstiften mit mehr Mut und Stärke durchs Leben zu gehen!
Herzliche Grüße
Michaela